Tags darauf legen wir am späten Vormittag mit Kurs auf die Kanaren, in Funchal ab. Nach einer Stunde können wir den Motor abstellen und im raumen Wind (15-16 Knoten) segeln. Das geht ganz gut bis Sonnenuntergang, dann nimmt der Wind deutlich ab und an ein Segeln ist auf diesem Kurs nicht mehr zu denken. Durch die hohen Wellen schlagen zusätzlich auch die Segel. Hatten eigentlich an der Ostküste von La Palma um einen Liegeplatz angefragt, entscheiden uns aber aufgrund der Windvorhersagen dann für die Westküste. Kursänderung – Großsegel wird geborgen und nur mit der Genua gefahren, so geht es hurtig durch die Nacht.



Der Freitag gestaltet sich folgendermaßen: Motor an – Motor aus – Motor an – Motor aus- Butterfly – Motor an – Motor aus.
Samstag 07:45 Sonnenaufgang, der Wind nimmt deutlich zu, wir müssen die Segel reffen. Kommen schön langsam in die Acceleration Zones. Diese entstehen weil die Inseln den konstanten Passatwind blockieren, umlenken und zusammendrücken. Dazu wirken einige Inseln in manchen Gebieten zusammen und bilden Düsen, durch die die Luft nochmals erheblich beschleunigt wird. Wir wussten dass das nicht gemütlich wird, doch die Realität überstieg all unsere Vorstellungen. Mit Windstärken um 8 Beaufort und Spitzen bis 40 Knoten kämpfte sich unsere Footloose durch die immens hohen Wellen. Mein Kapitän hatte beide Hände voll zu tun und wir waren auch das erste Mal unter Tags im Cockpit mit „life belts“ ans Schiff gegurtet.




Nach ca. 1,5 Stunden war der Spuk dann vorbei und auch der Wind weg. Die letzten 10 Seemeilen wird der Motor wieder angemacht und ein Platz in der Marina Tazacorte für zwei Tage reserviert.








Am Sonntag entscheiden wir uns für etwas Bewegung und besuchen den Ort Tazacorte in einem 30 minütigen Fußmarsch. Sie ist die kleinste Gemeinde der Insel, hat ca. 6000 Einwohner und besitzt die größten Bananenplantagen.










Werden aufgrund der Windvorhersagen noch einen Tag verlängern und erst am Dienstag nach La Gomera weiterfahren.