Die Aufhängung für unser neues Dinghi ist fertiggestellt und so heißt es am Samstag den 16. Juli, nach fast 2 Wochen Arbeit, Leinen los in Almerimar.






Da auf dem Kurs ostwärts keine geschützen Ankerbuchten zu finden sind, wir aber nicht schon wieder in einer Marina liegen möchten, fällt der Anker nach 68 Seemeilen und Wind bis 4 Bft ums Cabo de Gata, vor dem Hafen in Garrucha in 7 Meter Wassertiefe. Wären wir zehn Minuten später gekommen, hätten wir wohl keinen Platz im Hafenbecken bekommen.



Der 16. Juli jeden Jahres, der „Día de la Virgen del Carmen“ ist in zahlreichen spanischen Küstenorten, aber auch weit hinaus in der ganzen Welt verbreitet der besondere Tag, an dem die Fischer und Seefahrer ihre Schutzpatronin ehren, segnen und feiern als Hoffnung und Schutz ihrer Familien und des Meeres.
Es ist ein fröhlicher Tag mit vielen Aktivitäten um den Fischfang und das Meer. Nahezu alle Fischerboote sind auf dem Wasser – über und über dekoriert mit bunten Fähnchen und besetzt von ihren Familien und Freunden. In manchen Küstenorten ist es schon fast ein Volksfest, das über mehrere Tage hinausgeht.


Unter anderem klettern in vielen Ortschaften, mutige junge Männer, nur unter zur Hilfenahme ihrer Arme und Beine auf einen etwa 5 Meter langen, mit einer rutschigen Substanz verschmierten Baumstamm, sogenannte Cucanas hoch, an dessen Ende eine Fahne steckt, welche sie mitnehmen müssen. Dem Sieger winkt ein Jamon (Serranoschinken).

Da die Windprognosen nichts Gutes vorhersagen (Wind gegenan), legen wir einen weiteren Zwischenstopp in Cartagena ein. Vor drei Jahren sind wir hier schon einmal mit unserer Footloose gelegen, jedoch im westlichen Teil, der Marina Real Club Nautico de Regatas. Dieses Mal im östlichen Teil, etwas teurer, aber im Vergleich zu Alicante sehr preiswert und supertolle Sanitäranlagen.



Wegen der enormen Hitzewelle sind die Straßen untertags fast menschenleer.






Nach zwei Nächten in Cartagena legen wir nach Sonnenaufgang ab und vereinbaren, uns nach dem Cabo de Palos für einen Kurs zu entscheiden.



Um 10:35, nach Umrundung des Cabos entscheiden wir uns für Formentera und mit dem Wissen, dass wir noch ca. 100 nautische Meilen zu bewältigen haben, macht mein gewissenhafter Captain um 14:30 nochmals einen Routinecheck im Motorraum. Oh Schreck, der Motorraum ist voll mit Salzwasser!! Beim Check in Cartagena war noch alles trocken.
Wir schalten die Maschine ab, setzen zum Großsegel die Genua und nehmen Kurs auf Alicante.
Was ich zu Beginn vergessen habe zu erwähnen, ist Folgendes: Wir hatten in Almerimar schon ein Problem mit unserer Impellerpumpe (Wasser im Motorraum), diese wurde jedoch dort repariert, sprich ein neuer Dichtungsring eingepresst.
Mit 5-8 Knoten Wind von Raum fällt uns das Vorsegel immer wieder ein und so entscheiden wir uns für den Code Zero. Mit diesem sehr großem Leichtwindvorsegel, haben wir bis Sonnenuntergang im Schnitt 4 Knoten Fahrt. Jedoch mit fortgeschrittener Zeit und immer weniger Wind verlängert sich auch die Ankunftszeit in der Marina Alicante und so entscheiden wir, doch den Motor zu starten und das Wasser immer wieder auszupumpen.


Um 23:50 legen wir in Alicante, mit Hilfe eines sehr unbeholfenen älteren Marinero, am Schwimmsteg an, säubern und spülen den Motorraum noch mit Süßwasser und fallen um 02:00 müde ins Bett.
Wir hoffen, dass wir am Freitag hier weg kommen, nicht nur wegen der geschmalzenen Liegepreise.


Formentera bitte warten ;-).