Die kleine Schwester

Da der Wind uns wieder mal einen Strich durch die Rechnung macht, ist heute, den 06. August 2022, sportliches Segeln angesagt. Bei 5 Beaufort ändern wir den Kurs und kreuzen zurück nach Mallorca. Kurz nach Mittag und 18 nautische Meilen später, fällt der Anker ins türkisblaue Wasser in der Cala de Los Pinos an der Ostküste. Morgen werden wir den nächsten Versuch starten. Beim Ankerschnorcheln, holt Markus noch eine meterlange blaue Plastikschnur aus unserem Propeller :-(!

07.08.2022: Die Windprognose hält was sie verspricht und wir segeln am Wind abwechselnd mit dem Code Zero nach Menorca. Vor der Einfahrt in den Hafen von Ciutadella bergen wir die Segel. Der Ankerplatz gleich neben dem Fährenhafen ist zwar nicht zu vergleichen mit unserer letzten Ankerbucht, aber da die Marina ausgebucht ist, bleibt uns keine andere Wahl.

Port de Ciutadella, der Naturhafen mit der pittoresken Stadt im Osten von Menorca, ist ein Hafen mit hundertjähriger Schifffahrtstradition. Er dient oft als der erste Ansteuerhafen von Mallorca kommend.

„Unheil kommt in Ciutadella immer vom Meer.“ In früheren Zeiten waren es die Piraten, und seit Menschengedenken sind es bis heute die gefährlichen „Rissagas“, die in unregelmäßigen Zeitabständen den Hafen verwüsten. Ein Naturphänomen, mit starken Strömungen und Wasserstandsänderungen, wo das gesamte Hafenbecken trockenfällt und danach von einer Flutwelle heimgesucht wird – die Spanier sagen „Fenómeno de la rissaga“ dazu.

Heute steht eine Besichtigung der Stadt auf dem Programm. Unser Resümee: Very nice :-)!

Als wir auf unsere Footloose zurückkommen, treffen wir auf eine völlig überfüllte Ankerbucht. Na mal schauen, wie sich das in der Nacht mit dem Schwojen ausgeht. Wussten gar nicht, dass die Franzosen so Kuschler sind ;-).

Wir machen uns noch am Abend startklar um in der Früh aus diesem Chaos zu verschwinden.

07:45 Anker auf – nächstes Ziel Cala Fornells. Zum Schutz des Neptungrases sind hier von der spanischen Regierung Mooringbojen ausgelegt und man darf nur an wenigen Plätzen auf Sand ankern. Aber erst, wenn alle Bojenplätze vergeben sind. Vorab eine Boje zu reservieren, gestaltet sich jedoch schwierig. Bei der Einfahrt sehen wir dann die Gößr dieser Bucht und sind schon nicht mehr besorgt ein Plätzchen zu finden. Kurze Zeit später schwojen wir auch schon, für 36,30€ an einer Boje.

Am Abend ist Landgang angesagt. Wir sehen schneeweiße Häuser, gruppiert um eine kleine Kirche, einen Wehrturm, der über die Fischerboote wacht, die im Hafenbecken dümpeln und spazieren die Promenade entlang. In einem kleinen Laden, mit einer geschäftstüchtigen Inhaberin, kaufen wir regionalen Käse und Mettwurst aus Eigenproduktion.

Für morgen ist ebenfalls kein bis wenig Wind prognostiziert, aber weil wir es nie lange an einem Flecken aushalten, legen wir vormittags von der Boje ab und motoren sechs Meilen weiter in die Cala del Addaya.

Davor wird aber noch unser Dingi beschriftet. Oder besser mit „Lederrock Footloose Unisex“ in Produktion gehen ;-)?

In dieser wunderschönen Bucht, sind wir schon 2018 vor Anker gelegen, nach einer Überfahrt von Frankreich. Wenn dass mal kein gutes Omen ist. Morgen gehts hoffentlich in die andere Richtung, wenn die Windprognose hält, was sie verspricht. Wir montieren erstmalig diesen Sommer unsere große Plane um für Schatten zu sorgen, denn auch das Baden ist hier wahrlich keine Abkühlung.


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