Französische Riviera

Die Cote d`Azur reicht von Cassis im Westen über Städte wie Cannes, Nizza und Monaco bis nach Menton an der Grenze zu Italien im Osten. Manche Quellen geben aber auch Saint-Tropez, Toulon oder Hyéres als Westgrenze an.

Nach einer ruhigen Nacht, gehen wir Anker auf in Bandol und nehmen Kurs auf Hyéres. Wir suchen schon vorab nach einer schönen, geschützten Bucht und finden sie auch. Nach vier Stunden fällt der Anker auf Sand in der Plage de la Bauma.

Nach kurzem Powernapping geht es mit dem Dingi an Land. Die Strandhütte ist nicht gut besucht, wir wissen auch gleich warum? Das Personal sehr langsam, lustlos und die Preise beachtlich. Ein bischen laufen schadet nie, denn das kommt ohnehin auf einem Segelboot immer zu kurz und so spazieren wir entlang eines Pfades in die nächste Bucht (Plage de la Badine). Zurück an Bord, brutzeln kurze Zeit später, zwei Koteletts am Griller und der Abend beschert uns wieder mal einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Man merkt an den vielen Schiffen, dass Wochenende ist und auch wir begeben uns weiter auf unserer Reise der Cote Azur entlang. Von wo wir dann auf Korsika überlaufen werden steht noch in den Sternen und natürlich werden wir es vom Wind abhängig machen. Vorerst gehen wir Kurs auf Saint Tropez, wir überlegen einen Zwischenstop in Cap Lardier einzulegen, doch die vielen großen Motorboote schrecken uns dann ab.

Und so wird es dann am späten Nachmittag, nach 33 nautischen Meilen, die Baie des Canebiers in Saint Tropez. Hier teilen wir uns die Bucht mit Großen und mit Kleinen ;-).

Neben uns donnert es, aber das Gewitter zieht an uns vorbei und wir dürfen wieder einen wundervollen Sonnenuntergang miterleben. Jetzt wirds kitschig ;-).

Vor unserer Überfahrt muss noch Wäsche gewaschen werden und so fragen wir Sonntag Vormittag in Port Grimaud an. Auf unserer Fahrt lassen wir Saint Tropez backbord liegen, nicht ohne ein paar Schnappschüsse zu machen.

Bei der Einfahrt in den Hafen von Grimaud, werden wir von einem cholerischen, schreienden Hafenmeister wieder nach draußen verwiesen. So eine Ungeheuerlichkeit haben wir auch noch nicht erlebt. In der Marina de Cogolin nebenan, heißen sie uns jedenfalls herzlich willkommen und noch dazu für den, für diese Region, günstigen Preis von €43,-.

Nach dem Ablegen tanken wir 114 Liter Diesel für € 256,- auf, war auch schon mal günstiger :-(. Aber so ein Segelboot braucht ja Gott sei Dank nicht sehr viel davon. Wir ankern nach 3,5 Seemeilen wieder in der Bucht Baie des Canebiers, da wir für die nächsten Tage die Überfahrt planen und davor noch Saint Tropez besuchen möchten.

Es geht nichts über ein gutes Wetterapp, wir benutzen: Windy und Passageweather. Für die nächsten Tage sind an der Cote d`Azur teils heftige Gewitter angesagt und so entscheiden wir uns, die Überfahrt am Dienstag den 30.08.2022 nach Korsika zu starten. Da die Gewitter hauptsächlich im ligurischen Meer und im Norden von Korsika niedergehen, gehen wir am Vormittag Anker auf und setzen Kurs auf die Hauptstadt Ajaccio.

Ursprünglich wollten wir nach Girolata, doch aus Respekt, den Menschen gegenüber, welche am 18. August, bei orkanartigen Stürmen, mit bis zu 220 Kilometern pro Stunde, ihr Leben lassen mussten, entscheiden wir uns um. Es wurden auch zahlreiche Segelboote losgerissen, welche dann am Strand anlandeten und dort noch immer liegen :-(.

Nach zwei Stunden können wir den Motor abstellen und bei voller Besegelung rauschen wir mit 6 Knoten Fahrt durch die Wellen. Um 20:08 bei Sonnenuntergang, flaut der Wind deutlich ab und wir müssen den Motor starten. Dabei zeigen sich schon erste Blitze hinter uns am Nachthimmel. Die ganze Nacht hindurch dauern die Gewitter an, wir scheinen ihnen davon zu fahren, während sich über uns der Sternenhimmel ausbreitet.

Nach Mitternacht frischt der Wind auf und wir setzen die Segel voll. Nach 25,5 Stunden ist unser Ziel Port Pollo erreicht, wir machen an einer Boje fest, trinken zur Jause ein kühles Blondes Mitbringsel aus Saint Tropez und fallen müde ins Bett. Am späten Nachmittag vertreten wir uns die Beine bei einem Landgang und schaffen es gerade noch vor dem Gewitter mit Starkregen, welcher einige Stunden andauern wird, an Bord. Die Bucht ist sehr groß, bietet hervorragenden Schutz und es sind ausreichend Bojen zu günstigen Preisen an großen Betonblöcken auf Grund gelegt. Ansonsten hat der Ort wenig an Charme zu bieten.


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