Der Kreis bleibt noch offen

Von Naxos aus geht es südlich, in Richtung der vier Inseln mit ihren vielen, unbewohnten Geschwistern zwischen Naxos und Amorgos, sie werden auch als die „kleinen Kykladen“ bezeichnet. Jede der Inseln, so sagt man, hat seinen eigenen Flair und Charme. Iraklia, Schinousa, Koufonisia und Donousa heißen die 4 bewohnten Inseln. Sie werden in den letzten Jahren immer beliebter, aber im Winter haben die Inseln kaum mehr als 50 Einwohner zu verzeichnen. Auf jeder Insel gibt es 3-4 Tavernen meistens in Hafen Nähe, mindestens eine Kirche und einen kleinen Supermarkt.

Wir entscheiden uns für Koufonisia, die Windprognose verspricht raumen Wind bis 4 Bft. Nachdem Großsegel und Genua gesetzt sind, rauschen wir mit fast 6 Knoten durch das Wasser. Im Süden von Naxos angekommen, lässt der Wind plötzlich stark nach um dann bis 6 Bft aufzufrischen und das leider so hart am Wind, dass wir mit unserer kaputten Genua, kaum Fahrt machen. Wir rollen das Vorsegel ein, mit Hilfe des Motors machen wir mit dem Heck an der Mole und einer Muring fest.

Für den folgenden Tag ist eine Sturm- und Gewitterwarnung vorhergesagt. Da wir nicht auf der Flucht sind, verlängern wir um einen Tag. Die Nacht bringt reichlich Regen und wieder eine Menge an rotem Sand. Derweil der Käptain, Footloose vom lästigen Sand befreit, gehe ich in den örtlichen Supermarkt einkaufen. Um 11.00 heißt es Muring und Leinen los – Kurs Amorgos.

Stefanie hat mir über WhatsApp schon Bescheid gegeben, wo der beste Platz im Hafen ist. Am frühen Nachmittag fällt der Buganker und wir legen Footloose neben Salouti II. Die beiden Franzosen treffen wir auch immer wieder. Am Abend ist Besuch von der Shuenga Crew angesagt. Die beiden wollen am Dienstag weiter auf die nächste Insel und ein Besuch auf der Footloose steht noch aus. Wie immer, wird es ein netter, launiger Abend, mit interessanten Geschichten und viel Gelächter.

Amorgos ist die östlichste Insel der Kykladen und eine Brücke zum Dodekanes. Mit einem Peugeot fahren wir rauf zur (C)Hora, schlendern durch die engen Gassen zu den Windmühlen, den stillen Zeugen vergangener Epochen.

Sie symbolisieren Tradition und Kultur, zeugen von einer umsichtigen, naturverbundenen Denkweise und inspirieren uns zu einer Zeitreise in die vor-technologische Zeit. Windmühlen kamen im 12ten und 13ten Jahrhundert nach Griechenland und sind seitdem ein Symbol für die Inselgruppe der Kykladen. 600 Mühlen waren hier einst in Betrieb.

Amorgos besitzt neben Katapola noch einen zweiten Hafen. Aegiali, dieser liegt weiter östlich, ist deutlich kleiner und auch ruhiger.

Auf unserer Rundfahrt, spazieren wir außerdem durch die Dörfer Langada und Tholaria.

Stärken uns mit Schnecken in Rosmarin Sud gegart, frittierten Pilzen und verwöhnen unseren Gaumen mit köstlichem Lavendel-Schoko-Orangen Eis.

Bis zur Öffnung des berühmten Felsenklosters bleibt uns noch Zeit für ein erfrischendes Bad in der Agia Anna, einer kleinen Kieselsteinbucht unterhalb des Klosters.

Die wichtigste Sehenswürdigkeit von Amorgos ist das Felsenkloster Panagia Chozoviotissa (griechisch Παναγία Χοζοβιώτισσα) am Steilabfall des Profitis-Ilias-Gipfels, 300 m über dem Meer; es gilt als eines der architektonisch interessantesten Klöster der Ägäis und wird häufig mit den Meteora-Klöstern verglichen.https://de.wikipedia.org/wiki/Amorgos

Das Kloster soll Anfang des 9. Jahrhunderts durch Mönche aus Palästina gegründet worden sein. Die Legende stellt einen Zusammenhang mit dem byzantinischen Bilderstreit her: Eine fromme Frau aus Chosovo in Palästina soll eine Ikone ins Meer geworfen haben, um sie vor der Zerstörung zu retten. In der Bucht von Agia Anna auf Amorgos sei die Muttergottesikone – nach ihrem Herkunftsort Panagia Chozoviotissa genannt – an Land gespült worden. Das an dem Felsabhang über der Bucht erbaute Kloster wurde von Piraten zerstört und im 11. Jahrhundert von Kaiser Alexios I. Komnenos neu gestiftet und wieder aufgebaut; als Jahr der Neugründung wird 1088 angegeben.https://de.wikipedia.org/wiki/Amorgos

Auf unserer Fahrt, müssen wir immer wieder anhalten, da Ziegen auf der Straße unterwegs sind. Sie haben hier ein schönes Leben, da gibt es nichts zu meckern ;-).

Eigentlich wollten wir nur, bei einem Sundowner, dem Sonnenuntergang beiwohnen, konnten dann aber doch, dem Oktopus (vor unseren Augen hängend) nicht widerstehen.

Nach zwei entspannten Tagen auf Amorgos, treibt uns schon wieder das Fernweh an. Wir verlassen die Kykladen und nehmen Kurs auf Astypalaia, einer Insel der südlichen Sporaden oder auch Dodekanes genannt.


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