Wenig Wind ist viel

Auf dem Weg nach Nordwesten, legen wir kurz vor der Einfahrt in den Kanal von Lefkada einen Zwischenstopp in Lygia ein. Nachdem Markus die Dichtungen der Luken eingefettet hat, fahren wir an Land und essen im „Seven Islands“ zu Mittag. Hier ist nicht nur für uns das Paradies :-)!

Um 14:00 Uhr legen wir längseits an die Tankstelle in Lefkada, und versorgen Footloose mit Diesel, danach begeben wir uns Richtung Brücke zur Durchfahrt, dachten wir zumindest ☹!

Seit 1. August wurden die Durchfahrtszeiten gekürzt, damit der immerfort steigende Straßenverkehr passieren kann. Nicht zum Gefallen der vielen Seefahrer, welche nun alle von 14:15 bis 17:00 warten müssen, denn in dieser Zeit wird nicht geöffnet. Die Schlange vor der Brücke wird immer länger und auch der Wind nimmt bis auf 25 Knoten zu, und dass von der Seite. Endlich ertönt das Signal, dass die Brücke in Kürze öffnen wird, alle werden hektisch, ist aber kein Wunder. Ein Katamaran, der eigentlich von Norden kommt, fährt auf unserer Seite und blockiert alle. Mein Käptain rammt bei einem Ausweichmanöver fast eine grüne Fahrtonne. Endlich setzt sich der Troß aus ca. 40 Schiffen in Bewegung. Auch wir beschleunigen, um noch vor der Schließung durch zu kommen. 15 Minuten ist geöffnet, dann schließt die Drehbrücke wieder und es soll schon vorgekommen sein, dass noch nicht alle Schiffe durch waren :-(!

Hart am Wind nehmen wir nachdem die Durchfahrt geschafft ist, Kurs auf Preveza. Mit gerefften Segeln und 7 Knoten Fahrt ist unser Ziel nicht mehr weit entfernt. Nicht ganz zwei Stunden später, liegen wir in der Ormos Prevezia. Eigentlich wollten wir noch an Land, aber dazu sind wir definitiv zu müde. Zwölf Jahre ist es her, dass wir in diesem Revier gesegelt sind. Damals noch mit unseren Kindern, eine schöne Zeit, an die wir gerne zurückdenken und die wir manchmal vermissen.

Am Vormittag gehen wir Anker auf und motoren Richtung Norden. In Mytikas ankern wir in Sand vor dem erst 2023 fertiggestellten EU- geförderten neuen Hafen um unseren Einkauf zu erledigen. Für wen der gebaut wurde fragt man sich auch. Durstig kehren wir am Nachhauseweg in einer netten kleinen Taverne ein. Der Betreiber kühlt unsere soeben erworbenen Eiscubes und wir genießen ein kühles Mythos.

Der gewünschte Wind ist da, wir setzen kurz nach dem Ablegen die Segel in ihrer vollen Pracht. Nach zwei Stunden schläft er aber auch schon wieder ein und wir müssen die Maschine starten. Am Abend setzen wir den Anker im Norden der Bucht Skouliki und legen zwei Landleinen aus. Hier treffen wir nochmals auf Adriana und Thomas.

Zum Dinner geht es, mit dem 300 Ps starkem Beiboot der Nashira, in das vier Seemeilen entfernte Parga. Während wir in der Bucht die absolute Ruhe genießen, ist in Parga die Hölle los. Wir dinieren im Fischlokal Stefanos, hoch oben in der Stadt. Es wird wieder ein kurzweiliger, lustiger Abend mit den beiden und endet mit einem Absacker auf der Nashira.

Nach einer sehr ruhigen Nacht, verlassen wir Skouliki um nach Paxos aufzubrechen. Um uns herum schlafen noch alle, nur die Crew der Nashira ist schon fleißig am Wischen und Polieren.

Als Ziel hätten wir die Ankerbucht Mongonissi ausgewählt, aber leider finden wir dort keinen Platz. In Gaios, so wird auf Navily jedenfalls berichtet, kommen Ratten in der Nacht über die Leinen und Ankerketten an Bord. In der Bucht Kipiadi haben wir Glück, ein Segler legt gerade ab und schon fällt der Anker. Hier ist viel mehr los als am Festland, man muss schon um die Mittagszeit wo sein um auch einen geschützten Platz zu bekommen. Pünktlich setzt dann auch der vorhergesagte Wind ein. Ich bin so müde und lege mich zum Schlafen in die Eigner Kabine. Mein Käptain kann nicht schlafen, er hält Ankerwache. Am Abend beruhigt sich zwar der Wind, jedoch schaukeln uns die Wellen in den Schlaf.

Heute ist Samstag der 10. August, wir motoren am frühen Vormittag eine Stunde nach Lakka. Diese Bucht ist sehr beliebt, Samstags findet man aber einen Platz, da die Crews auf den Charterbooten wechseln.

Nach dem Motto: „Auf einem Segelschiff wird einem nie fad“, fettet Markus die Ankerwinsch, da sie nicht mehr so richtig ausrauscht und beim Einholen quietscht. Den Ort werden wir erst am Abend besuchen, da jetzt Ausflugsboote Touristenströme zum Schwimmen und Einkaufen bringen. Gerade kommt ein österreichisches Pärchen mit ihrem Beiboot zu uns, nach dem Motto: „Hoch die Hände Wochenende“, verabreden wir uns für den Abend.

Mit Evelyn und Klaus aus Graz essen wir ausgezeichnet im Akis und sind dann noch auf ein Gläschen auf ihrer Bavaria 50 eingeladen. Ihr Heimathafen ist Novigrad, wo sie im Herbst dann wieder zurücksegeln werden. Nach einem geselligen, regen Austausch, tauschen wir noch die Telefonnummern und fahren zurück auf unsere Footloose.

Am Sonntag verlassen wir die völlig überfüllte Lakka Bucht auf Paxos um wieder ans Festland zu segeln. Freunde aus Kottingbrunn sind seid gestern auf Korfu, mit ihnen wollen wir uns, im Laufe der Woche treffen. Das Segelvergnügen dauert nur kurz, wenig Wind ist zurzeit viel ;-).

Der Anker fällt Sonntag Mittag ins türkisfarbene Blau in der Klosterbucht, Monastery Bay vor dem Hafen Syvota. Die Stadt selbst ist die reinste Abzocke, die Lebenmittelläden am Hafen haben Preise, die mit nichts zu rechtfertigen sind. Der Sonnenuntergang machts aber wieder gut.

Montags setzten wir wieder Kurs nach Korfu. Eine Stunde nach dem Ablegen, werden die Segel gesetzt mit Kurs Notos. Ein Geheimtipp von unseren Freunden Stefanie und Matthias. Das Restaurant Panorama liegt vor unserer Nase, bei Karibikfeeling genießen wir den Lunch. Es gefälllt uns so gut, dass wir hier gar nicht mehr weg wollen.

Wir legen einen Bordtag ein, und besuchen das nahe gelegene Petriti, bekannt für die guten Fishtavernen. Im kleinen Hafen kann man für wenig Geld anlegen und Wasser und Strom tanken.

Die Olivenernte ist hier schon abgeschlossen. Griechenland wird nach extremer Hitze und Problemen mit Fruchtfliegenbefall heuer nur 200.000 Tonnen Olivenöl produzieren, ein Drittel weniger als im Vorjahr. Man geht von einem Preisanstieg von „mehr als 100 Prozent“ aus.

Am Dienstag vormittag laufen wir nach Kaliviotis, ein Strand südlich von Notos. Essen in einer Taverne am Strand typische griechische Vorspeisen, bevor wir zum Mittagsschläfchen auf die Footloose zurückkehren. Heute in zwei Wochen ist das Seglerleben wieder vorbei und der Alltag hat uns wieder. Bis dahin geniessen wir aber die gemeinsame Zeit und freuen uns auf all das Neue was wir bis dahin noch erleben dürfen.


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