Beautiful sunsets

Unsere Reise führt uns von Cefalu zu den liparischen Inseln oder auch äolischen Inseln genannt. Vor der Nordküste Siziliens schufen die Götter kleine Inselwelten vulkanischen Ursprungs, wie man sie sich bizarrer nicht vorstellen kann. Ihr berühmtester Bewohner und Namensgeber, so die Sage, war einst der Windgott Äolus. Von ihm erhielt der erste Inseltourist, Odysseus, als Geschenk einen Schlauch voller Wind. Äolus führt noch immer ein stürmisches Regiment über die kleinen Vulkan-Schönheiten, hier herrscht schon mal öfter eine kräftige Brise. Davon können wir aber nicht berichten ;-).

Isola Filicudi ist trocken, fast nur von hohem Gras und Rohr bewachsen. Im Hafen beginnt ein langer Geröllstrand und die Küste ist sehr steil. An der für die vorherrschenden Winde geschützten Seite gibt es daher leider nur wenig Ankerplätze. Nach mehrmaligen Versuchen in Geröll, knapp vorbei in Felsen einzuhacken, machen wir an einer Boje, in Pecorini a mare, fest. Es dauert nicht lange und ein Herr mit Sonnenhut macht uns darauf aufmerksam, dass hier für ein größeres Schiff reserviert ist. Für uns ist dies unbegreiflich, da von den 30 vorhandenen Bojen, vielleicht fünf belegt sind. Als wir dann noch die Liegegebühr erfahren – 50 € im Niemandsland in der Nebensaison – legen wir wieder ab und motoren im Sonnenuntergang, nach Salina.

Wir kommen um 20:30 in der großen Bucht von Rinella an. Es liegen noch vier andere Segelboote vor Anker, wir suchen uns einen geeigneten Platz in 12 Meter Tiefe und geben zusätzlich noch eine Tripleine.

Die Haupterzeugnisse der „grünen Insel“ Salina mit den erloschenen Doppelvulkanen sind Malvasier, ein traditionsreicher Süßwein, nicht unsere bevorzugte Sorte 😉 und Kapern.

Wir beschließen einen Tag zu bleiben und erkunden Leni und Rinella (= der Hafen von Leni). Nach einem ausgedehnten Fußmarsch bergauf, erreichen wir Leni. Die Einwohner arbeiten hauptsächlich in der Landwirtschaft, in der Fischerei und im Sommer im Tourismus. Jetzt im Oktober ist es hier schon sehr ruhig, nur die Strandbar in Rinella hat noch geöffnet. In Leni selbst, finden wir jedoch einen Supermarkt und eine Bäckerei, wo wir unseren leeren Kühlschrank wieder auffüllen.

Auf dem Rückweg zum Hafen gibt es eine Stärkung an der Strandbar. Im Laufe des Abends leert sich auch die Ankerbucht und wir sind alleine.

Es ist Freitag der 07.10.2022, wir starten den Motor bei Sonnenaufgang um 07:03 um ans Festland zu gehen. Die Wettervorhersage für nächste Woche sagt nichts Gutes vorraus und so müssen wir Meilen machen. Den ursprünglichen Plan nach Tropea zu gehen und die Küste Kalabriens zu besegeln, verwerfen wir wieder.

Der Morgen beschert uns, wie üblich, einen traumhaften Sonnenaufgang, dafür aber leider keinen Wind. Wir lassen Isola Stromboli und Panarea backbord liegen, um15:30 fällt der Anker in Scilla – Kalabrien.

Das Wasser ist türkisblau und kristallklar und lädt ein zu einem Sprung ins kühle Nass. Wir verbringen die Nacht mit einem weiteren Segelboot, es ist ein bisschen rollig, durch den Schwell, aber verträglich. Morgen in der Früh gehts durch die Strasse von Messina, da die Strömungen günstig sind. Da das Wasser des ionischen Meeres eine größere Dichte besitzt als da tyrrhenische Meer, entsteht in der Straße von Messina eine beachtliche Strömung nach Süden. Ab ca. 30 m Tiefe herrscht eine Strömung an der Oberfläche in entgegengestzter Richtung. Allerdings ändert der Strom alle sechs Stunden seine Richtung, wobei die Strömung nach Süden ein wenig stärker ist als die nach Norden.

Alfredo, ein Segelfreund aus Kalabrien, hat uns dazu auf einen nützlichen Link mit den Strömungen zu einer bestimmten Zeit, aufmerksam gemacht, welchen wir hier gerne teilen möchten:

http://www.correntidellostretto.it


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