
Nach einigen wunderschönen Ankertagen, mit ausgezeichneter Kulinarik ala Michi und viel Spaß im Wasser, stand zunächst ein praktischer Stopp auf dem Programm. In der IGY Portisco Marina, gegenüber von Porto Rotondo, füllten wir unsere beiden Wassertanks mit insgesamt 550 Litern auf. Kostenpunkt: 25 Euro – ein fairer Preis, wenn man bedenkt, wie wertvoll Süßwasser an Bord ist.


Direkt im Anschluss ankerten wir in der nahegelegenen Cunana Verde. Am Abend setzten wir mit dem Dinghy an Land über und fanden ein bezauberndes Restaurant mit einer Terrasse und traumhaftem Blick aufs Meer. Die Muscheln waren hervorragend, der Seeteufel für drei Personen allerdings etwas zu ambitioniert bepreist. Das bestätigte uns einmal mehr: An Bord wird einfach besser – und vor allem günstiger – gekocht.


Ein Feuerwerk der Extraklasse
Am Freitag ging es mit leichter Motorunterstützung weiter in den Golfo Aranci. In sechs Metern Wassertiefe ließen wir 28 Meter Nirokette raus und verbrachten den Nachmittag entspannt vor Anker.

Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, welches Spektakel uns am Abend erwarten würde.
Jedes Jahr verwandelt sich der Golfo Aranci bei der Veranstaltung „Terra, Fuoco, Acqua e Musica“ in eine riesige Bühne. Musik, Licht, Feuer und Wasser verschmelzen zu einer beeindruckenden Show, deren Höhepunkt ein gigantisches Feuerwerk ist. Und wir? Wir lagen in der ersten Reihe – besser hätte man den Platz nicht wählen können.


Unsere Yacht befand sich tatsächlich ganz vorne im Ankerfeld. Zwei Segelboote, die sich etwas zu dicht vor uns platziert hatten, wurden sogar gebeten, ihre Position zu verlassen und weiter hinten erneut zu ankern. So genossen wir das wohl größte Feuerwerk unserer bisherigen Reise mit freier Sicht und ohne jede Einschränkung. Ein unvergesslicher Abend.
Traumhafter Segelwind nach Porto Taverna
Am Samstag, dem 18. Juli, hieß es mittags Anker auf. Mit rund 3 Beaufort erwartete uns genau der Wind, den sich Segler wünschen: konstant, angenehm und perfekt zum Segeln.
Unser Kurs führte nach Porto Taverna, wo der Anker bereits um 14:30 Uhr fiel.
Nun sollte endlich unser Watermaker wieder zum Leben erweckt werden. Gut abgeschirmt wurden sämtliche Dichtungen erneuert und der Einbau für den folgenden Tag vorbereitet. Leider blieb die Hoffnung unerfüllt – trotz aller Arbeiten verweigerte die Anlage weiterhin ihren Dienst.


Am Abend gönnten wir uns einen Landgang zur Bar Tavernetto. Die Tapas dort waren ausgezeichnet und sorgten für einen gelungenen Abschluss des Tages.


Zurück an Bord verfolgten wir anschließend gemeinsam das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft. Spanien setzte sich mit 1:0 gegen Argentinien durch und durfte sich über den Weltmeistertitel freuen.

Türkisblaues Wasser und schwindende Vorräte
Am Montag um 10:30 Uhr lichteten wir erneut den Anker. Nur anderthalb Stunden später lagen wir bereits in der weitläufigen Baia Lo Impostu, deren türkisblaues Wasser seinem Ruf alle Ehre macht.
Natürlich durfte auch ein Besuch der südlich gelegenen Marina Puntaldia nicht fehlen. Eine ausgesprochen hübsche Marina mit mediterranem Flair. Weniger erfreulich war dagegen unsere Wassersituation. Unsere Vorräte gingen langsam zur Neige und der Watermaker funktionierte weiterhin nicht. Also fragten wir an der Tankstelle der Marina nach, ob wir unsere Wassertanks auffüllen dürften. Die Antwort war ebenso kurz wie ernüchternd: Wasser gibt es nur, wenn gleichzeitig Diesel getankt wird.
So ist das eben, wenn man zwar einen Watermaker an Bord hat – dieser aber beschlossen hat, Urlaub zu machen.

Abschied von unseren Freunden
Da unsere Freunde am Mittwoch zurückfliegen mussten, machten wir uns bereits am Dienstag auf den Rückweg nach San Paolo. Dort holten wir zunächst unseren Sonnenschutz vom Steuerstand ab, der nachgenäht worden war. Am Abend ließen wir den Tag gemütlich bei Pizza ausklingen und besorgten noch einige Souvenirs für die Daheimgebliebenen.


Am nächsten Morgen um 6:45 Uhr gab es eine letzte gemeinsame Tasse Kaffee. Anschließend brachte Markus unsere Freunde an Land. Es war einfach super unkompliziert mit euch – DANKE für alles!!
Aufbruch Richtung Sizilien – oder doch nicht?
Der Wetterbericht sah zunächst vielversprechend aus. Eine Überfahrt nach Sizilien schien möglich. Also kauften wir noch einmal Lebensmittel ein und füllten vorher in der Marina Porto di Teodora unsere Wassertanks auf.
Um 9:00 Uhr hieß es schließlich: Anker auf! Gegen 12:30 Uhr segelten wir bei Nord-Nordostwind mit 4 Beaufort auf Kurs Milazzo. Alles sah nach einer perfekten Etappe aus. Doch das Mittelmeer hatte andere Pläne. Gegen 15:00 Uhr schlief der Wind vollständig ein. Ein erneuter Blick auf den Wetterbericht brachte die Ernüchterung: Die Vorhersage hatte sich komplett geändert. Für die kommenden 24 Stunden war praktisch kein Wind mehr angekündigt.
Damit war klar: Statt Sizilien hieß unser Ziel wieder Sardinien.
Manchmal entscheidet eben nicht der Plan, sondern allein das Wetter über den nächsten Schlag. Und genau das macht das Fahrtensegeln so spannend.

